Fünf Jahre Bioenergie aus dem kleinen Körbchen
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Fünf Jahre Bioenergie aus dem kleinen Körbchen

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Bereits fünf Jahre ist es her, dass das mit einer Investitionssumme von 13 Millionen Euro bei Weitem größte und umfassendste Projekt im Energienetzwerk der Eichsfeldwerke offiziell gestartet ist. „Im kleinen Körbchen“ nahe Weißenborn haben die drei Tochterunternehmen EW Eichsfeldgas, EW Wärme und EW Projekt auf vier Hektar Fläche die Biogasanlage Weißenborn-Lüderode errichtet. „Mit ihr können wir die komplette Wertschöpfungskette regional abdecken“, erklärt Dirk Nehrkorn als Geschäftsführer der EW Eichsfeldgas.

Im April 2018 hat der TÜV Thüringen im Fünf-Jahres-Check ihre einwandfreie Funktion bestätigt. Die für den Betrieb erforderlichen rund 28.000 Tonnen Biomasse jährlich (Mais-, Gersten- und Roggensilage) liefern heimische Landwirte. Mit der Agrargenossenschaft „Am Ohmberg“ eG aus Bischofferode, der Agrargesellschaft Stöckey GbR und der APH Agrar Produkt & Handels GmbH & Co. KG aus Weißenborn-Lüderode sowie weiteren Landwirten aus der Umgebung hat sich eine leistungsfähige und zuverlässige Partnerschaft entwickelt.

„Die Anlage besteht aus drei Hauptkomponenten: Biogaserzeugung, -aufbereitung und -einspeisung“, erläutert Stefan Monecke, verantwortlich für den Bereich Technik und Betrieb bei der EW Eichsfeldgas. Die angelieferten Substrate werden in einem etwa 10.000 Quadratmeter großen Silo gelagert. In zwei Fermentern und einem Nachgärer wird der klein gehäckselten Biomasse durch biologische Prozesse die Energie, heißt das Biogas, entzogen. Der übrig bleibende Gärrest wird in zwei abgedeckten Behältern gelagert und von den Substratlieferanten auf die zu bestellenden Flächen wieder als natürlicher, geruchsarmer Dünger ausgebracht. Dadurch wird der lokale Nährstoffkreislauf geschlossen und der Einsatz von Kunstdünger deutlich reduziert.

Das von den Fermentern kommende Biogas besteht etwa zu gleichen Teilen aus Methan (CH4) und Kohlendioxid (CO2). In der zweiten Kernkomponente, der Biogasaufbereitungsanlage, wird es gereinigt und so aufbereitet, dass es die gleichen Eigenschaften wie Erdgas vorweist. Damit das so auf Erdgasqualität veredelte Biogas in das Netz der EW Eichsfeldgas eingespeist werden kann, fließt es anschließend in die Biogaseinspeiseanlage. Dort wird der Biogasstrom gemessen und mittels Kompressoren auf den notwendigen Leitungsdruck verdichtet. Durch Zugabe von Flüssiggas wird der Brennwert, das heißt der Energiegehalt, exakt dem des in der Leitung vorhandenen Erdgases angepasst.

Durch den kontinuierlichen Betrieb der Anlage wird jährlich eine Menge von etwa 30 Millionen Kilowattstunden Biogas mit Erdgasqualität in das Erdgasnetz eingespeist. Dadurch ist die Deckung von circa fünf Prozent des Erdgasbedarfs im Landkreis Eichsfeld möglich. In den Blockheizkraftwerken der Unternehmensgruppe in Heilbad Heiligenstadt, Dingelstädt und Niederorschel werden daraus rund 11 Millionen Kilowattstunden Strom im Jahr erzeugt. Dies reicht für eine Versorgung von etwa 3.000 Haushalten. Durch das Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung findet die im Biogas enthaltene Energie vollständig Verwendung. So fallen gleichzeitig rund 14 Millionen Kilowattstunden Wärme jährlich an. Diese fließt direkt in Nahwärmenetze, an die derzeit rund 370 Gebäude, meist Mehrfamilienhäuser, angeschlossen sind. Monecke weiß: „Biogas hat eine der besten Ökobilanzen. So wird bei der Nutzung nur so viel Kohlendioxid an die Umwelt wieder abgegeben, wie die eingesetzten Pflanzen beim Wachstum aus der Umgebung aufgenommen haben. 10.000 Tonnen CO2 spart die Anlage jährlich ein.“

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