Umweltschutz

Der Erhalt der Lebensqualität im Eichsfeld ist untrennbar mit Umweltschutz verbunden. Entsprechende Maßnahmen betrachten wir deshalb als fortlaufende Aufgabe, die wir konsequent verfolgen. Aktuelle Beispiele sind der Einsatz von E‑Bussen, das Angebot von Schadstoffsammlungen in allen Gemeinden oder die umweltgerechte Ausrüstung von Kläranlagen.

ÖPNV
Geschultes Fachpersonal sorgt für eine fachgerechte Entsorgung der abgegebenen Schadstoffe.
SCHADSTOFFMOBIL
Mit der Kläranlage Berka vor dem Hainich verfügen mittlerweile 11 Kläranlagen im Verbandsgebiet des WAZ Obereichsfeld über eine Anlage für die Fällung von Phosphor.
GEWÄSSERSCHUTZ
Offiziell in Betrieb genommen: Kevin Klingebiel und Erik Winter (beide EW Energie) sowie Björn Henkel und Florian Hartleib (beide VR-Bank Mitte) nahmen die neue Schnellladesäule vor der Heiligenstädter Filiale der VR-Bank im Herbst 2025 offiziell in Betrieb.
KLIMASCHUTZ
ÖFFENTLICHER PERSONENNAHVERKEHR (ÖPNV)

Mit E-Bussen und moderner Infrastruktur auf dem Weg in die Zukunft

Ländlich geprägte Regionen wie das Eichsfeld leben maßgeblich auch von der Attraktivität ihres öffentlichen Personen­nahverkehrs (ÖPNV). Die EW Bus als Tocher der Eichsfeldwerke setzt hier seit Jahrzehnten Zeichen – jetzt wieder passend zur Landes­gartenschau in Leinefelde-Worbis: Neue E-Busse sowie eine moderne Mobilitäts­zentrale im runderneuerten zentralen Busbahnhof bringen das große Engagement für Stadt und Region deutlich zum Ausdruck.

Die Landes­gartenschau ist seit Ende April 2026 in vollem Gange. Mit ihr ging auch ein modernes E-Bus-Mobilitäts­konzept an den Start, das Besucherinnen und Besucher bis zum Veranstaltungs­ende im Oktober jeden Tag komfortabel, zuverlässig und klima­freundlich auf dem Gelände befördert. Verantwortlich dafür ist die EW Bus. „Gerade bei Ereignissen wie Landes­gartenschauen steht das Thema Nachhaltigkeit besonders im Fokus – hier sind innovative Lösungen gefragt“, erläutert Michael Raabe, Technischer Geschäftsführer der EW Bus. Vor diesem Hintergrund konnten die Verantwortlichen schnell davon überzeugt werden, auf moderne Elektromobilität zu setzen.

Die neuen Elektro-Midi-Busse sorgen jeden Tag für eine komfortable und klimafreundliche Beförderung der Besucherinnen und Besucher auf dem Gelände.

Die neuen Elektro-Midi-Busse sorgen jeden Tag für eine komfortable und klimafreundliche Beförderung der Besucherinnen und Besucher auf dem Gelände.

Im 15-Minuten-Takt verbinden die Shuttlebusse das Hauptgelände der Landesgartenschau mit dem dezentralen Bereich „Tüffers Garten“.

Im 15-Minuten-Takt verbinden die Shuttlebusse das Hauptgelände der Landesgartenschau mit dem dezentralen Bereich „Tüffers Garten“.

Im Elektrobus erhalten Fahrgäste der Landesgartenschau auf einem Monitor Informationen über die bewegte Stadtgeschichte von Leinefelde.

Im Elektrobus erhalten Fahrgäste der Landesgartenschau auf einem Monitor Informationen über die bewegte Stadtgeschichte von Leinefelde.

Die neuen Elektro-Midi-Busse sorgen jeden Tag für eine komfortable und klimafreundliche Beförderung der Besucherinnen und Besucher auf dem Gelände.
Im 15-Minuten-Takt verbinden die Shuttlebusse das Hauptgelände der Landesgartenschau mit dem dezentralen Bereich „Tüffers Garten“.
Im Elektrobus erhalten Fahrgäste der Landesgartenschau auf einem Monitor Informationen über die bewegte Stadtgeschichte von Leinefelde.

Einsatz im Pendelverkehr 

Zwei neu angeschaffte Elektro-Midi-Busse verbinden im 15-Minuten-Takt das Hauptgelände der Landesgartenschau mit dem dezentralen Bereich „Tüffers Garten“. Eine Runde umfasst rund sechs Kilometer. Für die Gäste ist die Nutzung der Shuttles im Eintrittspreis enthalten – ein komfortables Angebot, das beide Veranstaltungsareale miteinander verknüpft. Oliver Puff, Verkehrsmeister bei der EW Bus, hat wichtige Fahrzeugdaten parat: „Die E-Busse verfügen über 16 Sitzplätze, sind niederflurig und ermöglichen damit auch Personen mit einer Mobilitätseinschränkung einen bequemen Ein- und Ausstieg. Fahrgäste profitieren zudem von der niedrigen Geräuschkulisse und dem offenen Raumgefühl durch die Sitzanordnung parallel zur Fahrbahn.“ 

Angetrieben werden die Busse von einem 150-PS-Motor, die Batterie verfügt über eine Kapazität von 100 kW. Im Vergleich zu den bereits seit 2021 sehr erfolgreich eingesetzten E-Midi-Bussen in Heilbad Heiligenstadt bietet die neue Generation auf Mercedes-Plattform eine noch höhere Reichweite. „Die positiven Erfahrungen aus Heilbad Heiligenstadt haben uns bestärkt, diesen Weg weiterzugehen, den wir als eines der ersten Verkehrsunternehmen in Thüringen eingeschlagen haben“, so Raabe. Geladen werden die Busse auf dem nahe am Veranstaltungsgelände gelegenen Betriebshof der EW Bus in Leinefelde.

„Gerade bei Ereignissen wie Landes­gartenschauen steht das Thema Nachhaltigkeit besonders im Fokus – hier sind innovative Lösungen gefragt.“
Michael Raabe
Technischer Geschäftsführer, EW Bus
Portrait von Michael Raabe, Technischer Geschäftsführer EW Bus

Während des Shuttleverkehrs erhalten die Gäste per Ansage Informationen zur Landesgartenschau und zur Stadtentwicklung Leinefeldes. So wird die kurze Strecke auch zu einer kleinen informativen Reise durch die Geschichte eines Stadtumbaus, der bundesweit Beachtung fand. 

Mit dem nachhaltigen Shuttlekonzept zur Landesgartenschau bringt die EW Bus einmal mehr ihre Erfahrung bei Großveranstaltungen ein, von denen die Öffentlichkeit schon lange profitiert – beispielsweise bei den Open-Air-Konzerten auf der Burg Scharfenstein oder dem Ewig Jung-Festival. Nach der Gartenschau geht die Reise für die zwei E-Busse natürlich weiter. Sie werden dann für den Linienverkehr im Landkreis Eichsfeld eingesetzt.

Sanierter Busbahnhof als Visitenkarte

Zum innovativen E-Bus-Konzept passt der komplett sanierte Busbahnhof von Leinefelde mit der neuen Mobilitäts­zentrale der EW Bus, die im Dezember 2025 ebenfalls im Zuge der Vorbereitungen auf die Landes­gartenschau in Betrieb ging. Der rund 26 Jahre alte Standort präsentiert sich jetzt als transparent gestaltete, barrierefreie futuristische Stahl- und Glaskonstruktion. Eine Wärmepumpe sorgt für zeitgemäße Heiztechnik, digitale Anzeige­tafeln und Lautsprecher­durchsagen informieren die Fahrgäste in Echtzeit. Einladende Aufenthalts­bereiche, Möglichkeiten zum Laden von Handys und Laptops sowie Snack- und Getränke­automaten schaffen zusätzlichen Komfort für Schüler, Berufspendler und Reisende. Mit seiner großen Expertise für den ÖPNV begleitete das Unternehmen das Umbauprojekt der Stadt Leinefelde-Worbis eng. 

Die moderne Mobilitäts­zentrale ist werktags von 8 bis 19 Uhr besetzt und bietet persön­liche Auskunft zu Verbindungen und Tarifen. Zudem steht den Busfahrerinnen und -fahrern ein eigener Aufenthalts­raum zur Verfügung. Mit dem moderni­sierten Busbahnhof ist damit weit mehr als ein funktionaler Verkehrs­knotenpunkt für rund 270.000 Fahrgäste im Jahr entstanden. Den Besuchern der Landes­gartenschau präsentiert er sich als echte Visiten­karte der Stadt.

Im komplett sanierten Busbahnhof von Leinefelde befindet sich die neue Mobilitätszentrale der EW Bus.

Im komplett sanierten Busbahnhof von Leinefelde befindet sich die neue Mobilitätszentrale der EW Bus.

Digitale Anzeigetafeln und Lautsprecherdurchsagen informieren am Busbahnhof die Fahrgäste in Echtzeit.

Digitale Anzeigetafeln und Lautsprecherdurchsagen informieren am Busbahnhof die Fahrgäste in Echtzeit.

Im komplett sanierten Busbahnhof von Leinefelde befindet sich die neue Mobilitätszentrale der EW Bus.
Digitale Anzeigetafeln und Lautsprecherdurchsagen informieren am Busbahnhof die Fahrgäste in Echtzeit.

Expresslinie wird elektrisch

Auch über die Landesgartenschau hinaus treibt die EW Bus die Elektrifizierung ihrer Flotte weiter voran. Nach einer Testphase 2023 und einer europaweiten Ausschreibung wurden vier elektrisch betriebene Standard-Linienbusse bestellt. Sie sollen 2027 auf der Expresslinie Duderstadt–Worbis–Leinefelde–Dingelstädt–Heilbad Heiligenstadt zum Einsatz kommen. Die für den Betrieb der E-Busse notwendige Ladeinfrastruktur wird auf dem Betriebshof Leinefelde errichtet, sodass die Fahrzeuge über Nacht geladen werden können und tagsüber zuverlässig ihren Dienst leisten. Für Geschäftsführer Raabe der nächste logische Schritt: „Wir machen den öffentlichen Nahverkehr konsequent immer klimafreundlicher. Der Überlandverkehr stellt jetzt die nächste Etappe dar.“ 

„Die E-Busse für die Landes­gartenschau verfügen über 16 Sitzplätze, sind niederflurig und ermöglichen damit auch älteren Menschen einen bequemen Einstieg.“
Oliver Puff
Verkehrsmeister, EW Bus
Portrait von Oliver Puff, Technischer Leiter bei der EW Bus
SCHADSTOFFMOBIL

Gefahr erkannt, Gefahr gebannt

Ob im Keller, in der Garage oder im Gartenhaus – auch in vielen Haushalten in der Region lagern oft über lange Zeit unbeachtet Stoffe, die erhebliche Risiken bergen. Lösemittel­haltige Lacke, Pflanzens­chutz­mittel oder Verdünner gehören deshalb nicht in die Restmülltonne. Aber dafür ins Schadstoff­mobil der EW Entsorgung, das diese Sonder­abfälle regelmäßig im Landkreis sicher und kostenfrei vor Ort abholt.

Die jährlichen Schadstoff­sammlungen sind für das Tochter­unternehmen der Eichsfeldwerke ein wichtiger Bestandteil seiner Aufgaben im Rahmen der Daseinsvorsorge. Die gesetzliche Grundlage dafür bildet das Thüringer Ausführungsgesetz zum Kreislauf­wirtschafts­gesetz (ThürAGKrWG) und die darauf aufsetzende Abfallsatzung des Landkreises Eichsfeld.

Zweimal im Jahr, jeweils im März und November, fährt das Schadstoff­mobil alle Gemeinden im Landkreis an. Bürgerinnen und Bürger können dann einfach an den bekannten Annahme­stellen schadstoff­haltige Abfälle in haushalts­üblichen Mengen bis 100 Kilogramm beziehungsweise 100 Litern persönlich abgeben.

„Damit alles fachgerecht entsorgt wird, sind wir bei der Sammlung immer mit geschultem Personal vor Ort“, erklärt Daniel Riethmüller, technischer Leiter der EW Entsorgung. Sogar ein Chemiker ist im Team, um die Stoffe korrekt zu identifizieren und sicher auf dem Fahrzeug zu verstauen.

Zweimal im Jahr, jeweils im März und November, fährt das Schadstoffmobil alle Gemeinden im Landkreis Eichsfeld an.

Zweimal im Jahr, jeweils im März und November, fährt das Schadstoffmobil alle Gemeinden im Landkreis Eichsfeld an.

Kleine Mengen – große Wirkung

Wie wichtig dieses Angebot ist, zeigt ein Blick auf die Zahlen: Allein im Jahr 2025 kamen in Form von hunderten angelieferten Schadstoffkleinmengen in Summe gut 41 Tonnen Sonderabfälle zusammen. Die beeindruckende Gesamtsumme ist ein klarer Beleg dafür, wieviel Schadstoffe in den Haushalten lagern. „Auch vermeintlich kleine Mengen können bereits erhebliche Schäden an Mensch und Natur anrichten – darüber sollte man sich immer bewusst sein“, erklärt Experte Riethmüller.

Der größte Anteil der Sammlung entfiel mit etwa 38 Tonnen und damit rund 92 Prozent auf Lösemittel und lösemittelhaltige Farben und Lacke. Stoffe also, die bei falscher Entsorgung insbesondere Böden und Gewässer schwer belasten. Umso wichtiger ist es, diese Abfälle getrennt zu erfassen. 

Oftmals werden Verdünner, lösemittelhaltige Lacke, Pflanzenschutzmittel oder andere umweltgefährdende Substanzen über Jahre in den Haushalten gelagert.

Oftmals werden Verdünner, lösemittelhaltige Lacke, Pflanzenschutzmittel oder andere umweltgefährdende Substanzen über Jahre in den Haushalten gelagert.

Abfälle richtig abgeben

Bei der Abgabe ist es wichtig, dass die Schadstoffe nicht vorzeitig an den Sammelstellen im Ort abgestellt werden. „Die Abfälle bitte nicht einfach anonym hinstellen, sondern direkt an die Mitarbeiter übergeben. Von solchen Stoffen kann eine erhebliche Gefahr ausgehen“, betont Riethmüller. Ein Beispiel aus der Praxis macht dies deutlich. So fand Riethmüller einmal in einem Ort ein unbeaufsichtigt abgestelltes Fass mit hochkonzentrierter Salzsäure vor, die stark ätzend wirkt. Insbesondere für spielende Kinder hätte dies fatale Folgen haben können.

Starkregenereignisse mit Hochwasser stellen ebenfalls ein Risiko dar, wenn Schadstoffe im Keller lagern. Werden diese aufgeschwemmt oder aus dem Haus gespült, gelangen gefährliche Stoffe schnell unkontrolliert ins Wasser und in die Umwelt.

Bequeme Abgabemöglichkeit: Die Sammlung der Schadstoffe findet an zentralen und gut erreichbaren Stellen innerhalb der Ortschaften statt.

Bequeme Abgabemöglichkeit: Die Sammlung der Schadstoffe findet an zentralen und gut erreichbaren Stellen innerhalb der Ortschaften statt.

Geschultes Fachpersonal sorgt für eine fachgerechte Entsorgung der abgegebenen Schadstoffe.

Geschultes Fachpersonal sorgt für eine fachgerechte Entsorgung der abgegebenen Schadstoffe.

Bequeme Abgabemöglichkeit: Die Sammlung der Schadstoffe findet an zentralen und gut erreichbaren Stellen innerhalb der Ortschaften statt.
Geschultes Fachpersonal sorgt für eine fachgerechte Entsorgung der abgegebenen Schadstoffe.
„Das Entscheidende ist die fachgerechte Entsorgung. Nur so lassen sich Risiken für Umwelt und Gesundheit zuverlässig ausschließen.“
Daniel Riethmüller
Technischer Leiter, EW Entsorgung
Portrait von Daniel Riethmüller, Technischer Leiter bei der EW Entsorgung

Fachgerechte Entsorgung bis zum Schluss

Nach der Sammlung im Schadstoff­mobil werden die Abfälle in speziellen Behältern gesichert und in ein Sonderabfall-Zwischenlager gebracht. Von dort aus erfolgt der Weiter­transport in zugelassene Anlagen, in denen die Stoffe unter strengen Auflagen thermisch verwertet werden. „Das Entscheidende ist die fach­gerechte Entsorgung. Nur so lassen sich Risiken für Umwelt und Gesundheit zuverlässig ausschließen“, so Riethmüller.

Die Termine und Standorte des Schadstoff­mobils sind im Abfall­kalender auf der Website sowie in der EW Abfallinfo-App veröffentlicht. Damit ist der Weg zur sicheren Entsorgung für jedermann kurz – und ein wichtiger Beitrag zum Schutz der Region leicht umsetzbar.

Die Abfälle werden in speziellen Behältern gesichert und anschließend in ein Sonderabfall-Zwischenlager gebracht.

Die Abfälle werden in speziellen Behältern gesichert und anschließend in ein Sonderabfall-Zwischenlager gebracht.

ZAHLEN ZUM SCHADSTOFFMOBIL

41

Tonnen

Sammelvolumen im Jahr 2025

138

Sammelpunkte

im gesamten Landkreis

2

Touren

zur Sammlung von Schadstoffen pro Jahr

GEWÄSSERSCHUTZ

Weil weniger Phosphor mehr ist

Gewässer­schutz beginnt oft mit auf den ersten Blick unschein­baren Stoffen, die im Wasser aber umso größere Wirkung entfalten. Ein Beispiel dafür ist Phosphor. Gelangt dieser chemische Stoff in größeren Mengen in Flüsse und Bäche, kann er deren ökologisches Gleich­gewicht empfindlich stören. Für die EW Wasser gehört es deshalb seit vielen Jahren zur Normalität, beim Anlagen­betrieb den Eintrag dieses Stoffes konsequent zu reduzieren. Jüngstes Beispiel dafür ist die Nachrüstung der Kläranlage Berka mit einer chemischen Phosphor-Fällung.

Mit der Kläranlage Berka vor dem Hainich verfügen mittlerweile 11 Kläranlagen im Verbandsgebiet des WAZ Obereichsfeld über eine Anlage für die Fällung von Phosphor.

Mit der Kläranlage Berka vor dem Hainich verfügen mittlerweile 11 Kläranlagen im Verbandsgebiet des WAZ Obereichsfeld über eine Anlage für die Fällung von Phosphor.

Als zuständiges Tochter­unternehmen der Eichsfeldwerke und Betriebs­führerin des Zweckverbands Wasserversorgung und Abwasserentsorgung Obereichsfeld (WAZ) ist die EW Wasser eines der wenigen Branchenunternehmen in Deutschland, die bereits seit mehr als 30 Jahren nach dem strengen europäischen Umweltmanagementsystem EMAS zertifiziert sind. Dies verpflichtet besonders zum Gewässerschutz – auch im Sinne der europäischen Wasserrahmenrichtlinie. Deren Ziel ist es wiederum, Flüsse und Bäche in Europa langfristig in einen guten ökologischen Zustand zu bringen. Mit der seit April 2026 in der Kläranlage Berka integrierten chemischen Phosphor-Fällung (P-Fällung) wurde dazu ein weiterer wichtiger Schritt getan.

Phosphor Lebenswichtig für den Mensch – kritisch für Gewässer

Ohne Phosphor gäbe es kein Leben, wie wir es kennen. Der Mensch braucht diesen sehr wichtigen Mineralstoff, der beispielsweise über Milchprodukte, Fleisch oder Fisch in den Körper gelangt. Phosphor ist unverzichtbar – nicht nur für Knochen und Zähne, sondern auch für die DNA und die Energie­versorgung der Zellen. Ein Teil des aufgenommenen Phosphors wird so im Zuge des Nahrungs­umwandlungs­prozesses genutzt, ein anderer Teil wieder ausgeschieden – vor allem über den Urin. Im Abwasser stammt Phosphor heute überwiegend vom Menschen, je Einwohner wird dabei im Mittel mit rund 1,8 Gramm täglich gerechnet. Gelangt dieser Stoff ohne ausreichende Reinigung in Gewässer, wirkt er wie ein Pflanzen­düngemittel und kann zu erheblichen Belastungen führen.

Phosphor gezielt entfernen

Zu viel Phosphor in Gewässern lässt Pflanzen und Algen verstärkt wachsen, die dann wiederum zu viel Sauerstoff verbrauchen. Dies führt zu einer sogenannten Eutrophierung, also einer Überdüngung, und gefährdet letztlich die anderen Lebewesen im Wasser. Bei der chemischen P-Fällung wie in der Kläranlage Berka werden dem Abwasser dosiert Eisensalze zugesetzt. Sie sorgen dafür, dass sich der im Wasser gelöste Phosphor zu stabilen Flocken verbindet. Diese sinken anschließend zu Boden und können zusammen mit dem Klärschlamm aus dem Wasser entfernt werden. „Phosphor ist ein sogenannter stark limitierender Nährstoff in Gewässern“, erklärt Robert Kellner, Projektingenieur bei der EW Wasser. „Der Stoff ist ein Düngemittel. Gelangt eine zu große Menge an Phosphor ins Wasser, kommt es vermehrt zu Algenwachstum, was die Funktion des gesamten Ökosystems maßgeblich beeinträchtigen kann.“

Bauarbeiten zur Installation der Fällmittelanlage: Künftig werden jährlich rund 500 Kilogramm Phosphor weniger in den Wasserkreislauf gelangen.

Bauarbeiten zur Installation der Fällmittelanlage: Künftig werden jährlich rund 500 Kilogramm Phosphor weniger in den Wasserkreislauf gelangen.

Projektingenieur Robert Kellner überprüft die Steuerung der Fällmittel-Dosiereinheit.

Projektingenieur Robert Kellner überprüft die Steuerung der Fällmittel-Dosiereinheit.

Bauarbeiten zur Installation der Fällmittelanlage: Künftig werden jährlich rund 500 Kilogramm Phosphor weniger in den Wasserkreislauf gelangen.
Projektingenieur Robert Kellner überprüft die Steuerung der Fällmittel-Dosiereinheit.

Durch die neue Anlage gelangen künftig jährlich rund 500 Kilogramm Phosphor weniger in den natürlichen Wasserkreislauf. Das gereinigte Abwasser fließt von der Kläranlage zunächst in den Augraben und anschließend über den Lauterbach weiter in die Werra. Der bei der Fällung gebundene Phosphor verbleibt im sogenannten Fällschlamm der Kläranlage. Dieser wird gemeinsam mit dem übrigen Klärschlamm zur Kläranlage Mihla transportiert und dort weiterbehandelt. Anschließend erfolgt eine Kompostierung und landbauliche Wiederverwertung. „So landet der Nährstoff auf sinnvolle Weise wieder im natürlichen Kreislauf“, erläutert Kellner.

„Beim Gewässerschutz zählt jedes Kilogramm Phosphor, das erst gar nicht ins Wasser gelangt.“
Robert Kellner
Projektingenieur, EW Wasser
Portrait von Robert Kellner, Projektingenieur bei der EW Wasser

Gewässerschutz von groß bis klein

Die Phosphor-Fällung gehört bei größeren Kläranlagen heute generell zum Stand der Technik. Auch im Verbandsgebiet des WAZ ist sie seit langem etabliert. Die größte Anlage im Verbandsgebiet ist die Kläranlage Leinetal mit 80.000 Einwohnerwerten.  Dort wird der Phosphor überwiegend auf biologische Weise aus dem Abwasser entfernt. Die chemische Eliminierung des Stoffes stellt hier nur eine Ergänzung dar.

Mit der Nachrüstung der Anlage in Berka mit 800 Einwohnerwerten verfügen mittlerweile elf der insgesamt 27 Kläranlagen im Verbandsgebiet über eine P-Fällung. Das kleinste Klärwerk mit der entsprechenden Technologie ist dabei die Anlage in Thalwenden mit 350 Einwohnerwerten.

„Beim Gewässerschutz zählt jedes Kilogramm Phosphor, das erst gar nicht ins Wasser gelangt. Mittlerweile stellen wir für rund 98 Prozent des im Verbandsgebiet anfallenden Abwassers eine Phosphor-Eliminierung sicher, wodurch pro Jahr rund 70 Tonnen dieses Stoffes nicht in die Gewässer gelangen“, erläutert Kellner.

KLIMASCHUTZ

VR-Bank Mitte setzt auf zukunftsfähige Ladeinfrastruktur

Im Jahr 2025 ist das Ladenetz für Elektrofahrzeuge im Eichsfeld weiter gewachsen. So hat beispielsweise auch die VR-Bank Mitte an ihrem Standort in der Wilhelmstraße 107 in Heilbad Heiligenstadt moderne Ladepunkte für E-Autos und E-Bikes in Betrieb genommen. Realisiert wurde das Vorhaben durch die Eichsfeldwerke, die die Bank auch an weiteren Filialen bei der Umstellung auf nachhaltige Mobilität begleiten.

Das Projekt steht exemplarisch für ein erweitertes Verantwortungsverständnis der VR-Bank. „Wir möchten unser Engagement im Bereich Nachhaltigkeit weiter vertiefen. Der Klimaschutz ist dabei ein zentrales Element“, erklärt Vorstandsmitglied Björn Henkel. Die Investition verfolgt mehrere Ziele: Sie unterstützt die geplante Umstellung der eigenen Fahrzeugflotte auf Hybrid- und Elektroantriebe und ermöglicht es den Mitarbeitenden, dienstliche Wege zunehmend elektrisch zurückzulegen. Gleichzeitig profitieren Kundinnen und Kunden von den frei zugänglichen Ladesäulen auf dem Gelände.

Die VR-Bank Mitte ist mit ihren 15 Filialen fest im Eichsfeld sowie in Südniedersachsen und Nordhessen verankert. Rund 400 Mitarbeitende betreuen knapp 80.000 Kundinnen und Kunden, 50.000 davon sind Mitglieder. Werte wie Solidarität, Vertrauen und Verantwortung prägen das genossenschaftliche Selbstverständnis des Hauses. Vor diesem Hintergrund versteht die Bank den Ausbau ihrer Ladeinfrastruktur nicht nur als betriebliche Investition, sondern auch als Beitrag zur nachhaltigen Weiterentwicklung der Region.

Offiziell in Betrieb genommen: Kevin Klingebiel und Erik Winter (beide EW Energie) sowie Björn Henkel und Florian Hartleib (beide VR-Bank Mitte) nahmen die neue Schnellladesäule vor der Heiligenstädter Filiale der VR-Bank im Herbst 2025 offiziell in Betrieb.

Offiziell in Betrieb genommen: Kevin Klingebiel und Erik Winter (beide EW Energie) sowie Björn Henkel und Florian Hartleib (beide VR-Bank Mitte) nahmen die neue Schnellladesäule vor der Heiligenstädter Filiale der VR-Bank im Herbst 2025 offiziell in Betrieb.

Ein sichtbares Zeichen für Elektromobilität

Für die Umsetzung beauftragte die VR-Bank die EW Energie, eine Tochtergesellschaft der Eichsfeldwerke. Sie stattet insgesamt acht Filialen mit sogenannten „Powerbanks“ aus – orange-blauen Ladesäulen, die weithin sichtbar sind und öffentlich genutzt werden können. Bereits in Betrieb sind Standorte in Heilbad Heiligenstadt, Leinefelde, Duderstadt, Rosdorf, Hessisch Lichtenau und Witzenhausen; in Northeim und Eschwege folgen weitere.

In der Heiligenstädter Filiale stehen jetzt vier Ladepunkte für Elektrofahrzeuge zur Verfügung: zwei an einer Schnellladesäule mit bis zu 400 kW Leistung sowie zwei weitere an 22-kW-Wallboxen. „Dank dieser hohen Ladeleistung können moderne Fahrzeuge in kurzer Zeit große Energiemengen aufnehmen – in nur zwanzig Minuten ist eine Ladung von bis zu 100 kWh möglich“, erläutert Projektleiter Kevin Klingebiel von der EW Energie. Ergänzt wird das Angebot durch eine E-Bike-Ladesäule mit vier Ladepunkten – zwei mit fest verbauten Kabeln und zwei für die Nutzung eigener Ladegeräte.

Signalfarbe: Das leuchtende Orange, mit dem die „Powerbanks“ gekennzeichnet sind, macht die neuen Ladesäulen schon von weitem sichtbar.

Signalfarbe: Das leuchtende Orange, mit dem die „Powerbanks“ gekennzeichnet sind, macht die neuen Ladesäulen schon von weitem sichtbar.

Ladesäulennetz: Mittlerweile hat die VR-Bank Mitte auch an ihren Filialen in Leinefelde (hier im Bild), Duderstadt, Rosdorf, Hessisch Lichtenau und Witzenhausen neue „Powerbanks“ in Betrieb genommen. Die Filialen in Northeim und Eschwege folgen noch.

Ladesäulennetz: Mittlerweile hat die VR-Bank Mitte auch an ihren Filialen in Leinefelde (hier im Bild), Duderstadt, Rosdorf, Hessisch Lichtenau und Witzenhausen neue „Powerbanks“ in Betrieb genommen. Die Filialen in Northeim und Eschwege folgen noch.

Signalfarbe: Das leuchtende Orange, mit dem die „Powerbanks“ gekennzeichnet sind, macht die neuen Ladesäulen schon von weitem sichtbar.
Ladesäulennetz: Mittlerweile hat die VR-Bank Mitte auch an ihren Filialen in Leinefelde (hier im Bild), Duderstadt, Rosdorf, Hessisch Lichtenau und Witzenhausen neue „Powerbanks“ in Betrieb genommen. Die Filialen in Northeim und Eschwege folgen noch.

Regionaler Fortschritt mit Signalwirkung

Die Zusammenarbeit mit der VR-Bank Mitte ist für die Eichsfeldwerke Teil einer umfassenderen Entwicklung. „Wir treiben den Ausbau der Ladeinfrastruktur in der Region konsequent voran“, betont Erik Winter, Geschäftsführer der EW Energie. Ein deutliches Zeichen dafür ist der neue EW-Ladepark im Gewerbegebiet „An der A 38 – Ost“ in Heilbad Heiligenstadt, der Anfang April 2026 in Betrieb genommen wurde und auch für die Nutzung durch E-Trucks ausgelegt ist. 

Mit der neuen Ladeinfrastruktur setzen die VR-Bank Mitte und die Eichsfeldwerke gemeinsam ein deutliches Zeichen: für nachhaltige Mobilität, eine verlässliche regionale Partnerschaft – und für eine Zukunft, in der klimafreundliche Energieversorgung selbstverständlich ist.

ZU DEN MAGAZINBEREICHEN

Nachhaltigkeit

Daseinsvorsorge und Nach­haltig­keit sind untrennbar mitein­ander verbunden.

Knowhow

Unser lang­jährig erwor­benes Wissen ermög­licht uns, bei Lösun­gen oft voran­zugehen.

Lebens­qualität

Die Lebens­qualität in der Region zu stei­gern, ist uns ein beson­deres Anliegen.

Verant­wortung

Verant­wortung zeigt sich in ent­schlos­senem Han­deln, das letzt­lich allen zugute kommt.