Kombination aus Naturnähe und Effizienz: Baubeginn für die Kläranlage Birkenfelde.
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Kombination aus Naturnähe und Effizienz: Baubeginn für die Kläranlage Birkenfelde.

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Der erste Spatenstich ist gesetzt. Am Donnerstag, den 20. Oktober 2016, fiel in Birkenfelde der Startschuss für den Bau einer zentralen, naturnahen Kläranlage. Zu diesem Anlass konnten Ottmar Föllmer, Vorsitzender des Zweckverbands Wasserversorgung und Abwasserentsorgung Obereichsfeld (WAZ), und Eichsfeldwerke-Geschäftsführer Ulrich Gabel die Thüringer Umweltministerin Anja Siegesmund begrüßen. Neben dem Birkenfelder Bürgermeister Adrian Grieß und Altbürgermeister Gerhard Stadler waren auch Gerald Schneider, Erster Beigeordneter des Landkreises Eichsfeld, beteiligte Planungs- und Baufirmen sowie Vertreter des Gemeinderats anwesend.

Mit dieser vollbiologischen Abwasserbehandlungsanlage realisieren der WAZ Obereichsfeld und seine Betriebsführerin, die EW Wasser GmbH, eine zentrale Lösung für 500 Einwohnerwerte. 950.000 Euro investiert der Zweckverband in dieses Projekt, das Europa und der Freistaat Thüringen mit 250.000 Euro fördern. Die Kläranlage ist außerdem Voraussetzung für den grundhaften Ausbau der Ortsdurchfahrt Birkenfelde 2017 und 2018 – eine Gemeinschaftsmaßnahme des Landkreises, der Gemeinde und des WAZ Obereichsfeld. Der erwartete Gesamtwertumfang beträgt ca. 3 Millionen Euro.

Bis Sommer 2017 soll die Anlage fertig sein. Dann funktioniert sie so: In einem Vorklärbecken erfolgt die mechanische Reinigung. Hier werden absetzbare Grobstoffe vom Abwasser getrennt. Es folgt die zweistufige intensive vollbiologische Reinigung. Im ersten Schritt, der Scheibentauchkörperanlage, bauen Bakterien die im Abwasser gelösten organischen Schmutzstoffe ab. Den dafür notwendigen Sauerstoff erhalten die Mikroorganismen durch die Drehbewegung der Scheibentauchkörper. Im letzten Reinigungsschritt fließt das Abwasser zur Feinstsedimentation durch einen Schönungsteich mit einem Bodenfilter. Durch die Stoffwechselprozesse der Bakterien im Teichwasser und dem Filter findet eine nochmalige Nachreinigung statt. Das saubere Wasser kann anschließend im freien Gefälle bedenkenlos in den Birkenbach geleitet werden. Eine weitere Besonderheit: Der anfallende Klärschlamm wird in der nahe gelegenen Kläranlage Leinetal nochmals aufbereitet und in der geschlossenen Faulung energetisch verwertet.

Mit einem Energiebedarf von jährlich 15 bis 25 kWh pro Einwohnerwert arbeitet die Kläranlage sehr energieeffizient. Ein Beweis: vergleichbar große Anlagen herkömmlicher Technologien, wie dem Belebtschlammverfahren, liegen bei bis zu 70 kWh pro Einwohnerwert/Jahr. Dadurch können dauerhaft auch die Betriebskosten gering gehalten werden.

Fünf Kläranlagen gleicher Konfiguration betreibt der WAZ Ober- eichsfeld bereits: in Katharinenberg (Inbetriebnahme: 1993), in Wüstheuterode (2004), in Berka vor dem Hainich (2008), in Küllstedt/Büttstedt (2009) und bei Arenshausen mit der Kläranlage Unteres Leinetal (2012). Auch die derzeit im Bau befindliche Kläranlage Schildbach nahe Lengefeld ist nach diesem Prinzip geplant.

Die effizienten und ökologischen Anlagen leisten einen wesentlichen Beitrag zum nachhaltigen Umwelt- und Gewässerschutz nach den Anforderungen der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie. So wird gleichzeitig etwas bewahrt, das die Einwohner und die Besucher am Eichsfeld schätzen: die Natur.

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Baubeginn für die Kläranlage Birkenfelde.