Investition in den ländlichen Raum: Feierliche Einweihung in Birkenfelde.
Kontakt
Eichsfeldwerke GmbH

Philipp-Reis-Straße 2
37308 Heilbad Heiligenstadt

Tel.: 03606 655 - 0
Fax: 03606 655 - 102
E-Mail: info(at)ew-netz.de

Investition in den ländlichen Raum: Feierliche Einweihung in Birkenfelde.

  News Presse

In den vergangenen Jahren wurde umfangreich in die Zukunft Birkenfeldes investiert. Die geplanten Bauvorhaben sind nun fertiggestellt und wurden am Freitag, den 06.12.2019 um 14:00 Uhr offiziell eingeweiht. Zu diesem Anlass durfte Bürgermeister Adrian Grieß den Thüringer Umweltstaatssekretär Olaf Möller begrüßen. Neben Gerald Schneider, Erster Beigeordneter des Landkreises Eichsfeld, Ulrich Gabel, Eichsfeldwerke-Geschäftsführer, und Ottmar Föllmer, Vorsitzender des WAZ Obereichsfeld, waren auch beteiligte Planungs- und Baufirmen, die Vertreter des Gemeinderats sowie zahlreiche Bürgerinnen und Bürger anwesend.

Insgesamt 5,5 Millionen Euro sind in die Zukunft der Gemeinde mit ihren rund 550 Einwohnerinnen und Einwohnern geflossen. Allein gut 3,5 Millionen Euro haben Tochterunternehmen der Eichsfeldwerke und der WAZ Obereichsfeld in die Hand genommen. Der Landkreis Eichsfeld investierte rund 1,34 Millionen Euro für den Straßenbau, wovon der Freistaat Thüringen 940.000 Euro förderte. Eine gute halbe Million Euro brachte auch die Gemeinde Birkenfelde für die neue Ortsdurchfahrt auf.

Der Startschuss fiel mit der Erschließung Birkenfeldes mit Erdgas, welche die Unternehmensgruppe Eichsfeldwerke ab 2013 umgesetzt hat. Die Umstellung auf den umweltschonenden Energieträger ermöglichte auch, dass die EW-Ingenieure ein neues, effizientes Energiekonzept für das Altenpflegezentrum „Karlshof“ in Birkenfelde entwickeln und umsetzen konnten. Ausgetauscht wurden die alten Heizölanlagen im Hauptgebäude durch eine moderne Energiezentrale, einer Kombination aus 2 erdgasbetriebenen BHKWs und einem Erdgasbrennwertkessel, sowie im Nebengebäude durch eine Erdgas-Brennwerttherme. 35 Tonnen CO2 werden jährlich dadurch eingespart.

Ab Oktober 2016 ist innerhalb nur eines Jahres eine neue naturnahe Kläranlage entstanden. Sie fällt im Landschaftsbild kaum auf, und doch ist sie maßgebend für die Gemeinde sowie die Wasserqualität des Birkenbachs. Eine weitere Besonderheit: Der anfallende Klärschlamm wird in der nahe gelegenen Kläranlage Leinetal nochmals aufbereitet und in der geschlossenen Faulung energetisch verwertet. Mit dieser vollbiologischen Abwasserbehandlungsanlage haben der
WAZ Obereichsfeld und seine Betriebsführerin, die EW Wasser GmbH, eine zentrale Lösung für 500 Einwohnerwerte realisiert. 928.000 Euro investierte der Zweckverband in die Anlage – ein Projekt, das Europa und der Freistaat Thüringen mit 250.000 Euro gefördert haben.

Mit einem Energiebedarf von jährlich 15 kWh pro Einwohnerwert arbeitet die Kläranlage sehr energieeffizient. Ein Beweis: vergleichbar große Anlagen herkömmlicher Technologien, wie dem Belebtschlammverfahren, liegen bei bis zu 70 kWh pro Einwohnerwert/Jahr. Dadurch können dauerhaft auch die Betriebskosten gering gehalten werden. Die effiziente und ökologische Anlage leistet einen wesentlichen Beitrag zum nachhaltigen Umwelt- und Gewässerschutz nach den Anforderungen der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie.

Der Bau der Anlage war die Basis für den anschließenden grundhaften Ausbau der Ortsdurchfahrt von Birkenfelde – der Kreisstraße 108. Im Rahmen dieser Gemeinschaftsmaßnahme des Landkreises Eichsfeld, der Gemeinde Birkenfelde und des WAZ Obereichsfeld wurden auch die Gehwege neu gestaltet und die Wasser- und Abwasserleitungen erneuert.

Die Arbeiten an der insgesamt 840 m umfassenden Baustrecke erfolgten in 2 Bauabschnitten von April 2017 bis Dezember 2019. Planung und Bauüberwachung lag in den Händen des Ingenieurbüros AI GmbH KVU aus Uder. Die Aufträge für die Bauausführung der beiden Bauabschnitte wurde nach öffentlicher Ausschreibung an die Firma TWE Uder GmbH vergeben.

2 große Herausforderungen prägten die Baustelle. Birkenfelde steht auf sehr festem Grund. Der Sandsteinfels reicht stellenweise bis fast an die Oberfläche. Nahezu die gesamten Leitungstrassen mussten deshalb mittels Felsfräse hergestellt werden. Außerdem ist, aufgrund der örtlichen Gegebenheiten, die Ortsdurchfahrt in Birkenfelde die einzige Erschließungsstraße für die Gemeinde und auch für die Nachbargemeinde Schönhagen. Da die Vollsperrung der Straße notwendig war, wurden extra ländliche Wege als Umleitungsstrecken für die Nutzung ertüchtigt.

Die Ortsdurchfahrt erhielt eine Fahrbahnbreite zwischen 5,00 m und 5,75 m. Zur Verkehrsberuhigung und für die Sicherheit der Fußgänger wurde bewusst eine Engstelle mit 3,25 m Breite eingebaut. Ein 1,50 m breiter Gehweg führt sie sicher durch ihr Dorf. In der Dorfmitte am „Steinerhof“ wurde zudem die Sandsteinmauer zurückgesetzt, um mehr Platz für eine sichere Verkehrsführung zu schaffen.

Die Fahrbahndecke hat eine Fläche von circa 5.000 m². Darunter sind 2.600 m³ Schotter eingebaut und 52 Straßeneinläufe gesetzt. Knapp 1,5 km Schmutz-, Regen- und Mischwasserkanal sowie 1,5 km Trinkwasserleitung wurden neu verlegt, so dass fast 2/3 der Haushalte in Birkenfelde damit schon an die neue zentrale Kläranlage angeschlossen werden konnten.

Der Birkenbach wurde im Mitteldorf auf einer Länge von 120 m in ein neues Stahlbetonrohr mit einem Durchmesser von 1,2 m geleitet. Deutlich höher ist damit der Querschnitt. Als Reaktion auf das Hochwasserereignis von August 2014 erfolgte die Verrohrung DN 1200 und der Einbau mehrerer Bergeinläufe, womit Vorsorge für weitere Starkregenereignisse getroffen wurde.

Zurück